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28 / 12 / 2025

Evakuierungstücher im Krankenhaus: Studie zeigt Zeitgewinn

Brände in Krankenhäusern unterscheiden sich im Einsatzablauf deutlich von den meisten anderen Gebäuden. Viele Patientinnen und Patienten sind bettlägerig, in ihrer Mobilität eingeschränkt oder an Medizingeräte angeschlossen. Dadurch hängt die Evakuierungsgeschwindigkeit stark von der Verfügbarkeit des Personals und von geeigneten Hilfsmitteln ab. Eine aktuelle Studie des Hospital Policlinico San Martino in Genua, veröffentlicht im Dezember 2025, hat untersucht, ob ein Evakuierungstuch die Evakuierungsleistung von Patientinnen und Patienten in älteren Gesundheitsbauten messbar verbessern kann.

Warum diese Studie für Brandschutzbeauftragte relevant ist

Die Autorinnen und Autoren benennen ein typisches Problem in älteren oder denkmalgeschützten Gebäuden. Eine schrittweise horizontale Evakuierung lässt sich nicht immer zuverlässig umsetzen, wenn die innere Brandabschnittsbildung unzureichend ist oder bauliche Nachrüstungen nur eingeschränkt möglich sind. In solchen Fällen kann die vertikale Evakuierung über interne Treppen zur einzigen realistischen Fluchtoption für nicht gehfähige Patientinnen und Patienten werden.

Was getestet wurde

Das Team führte Evakuierungssimulationen während der Nachtschicht durch, also in der kritischsten Personalsituation mit reduzierter Verfügbarkeit. Verglichen wurden zwei Vorgehensweisen:

  1. Methode mit Evakuierungstuch

    Ein S CAPEPOD® Evakuierungstuch, dauerhaft unter der Matratze positioniert, sodass eine Patientin oder ein Patient durch Ziehen sowohl horizontal als auch vertikal bewegt werden kann.

  2. Konventionelle Methode

    Zuerst horizontale Bewegung mit dem Krankenhausbett, anschließend vertikale Evakuierung mit einem Rettungstuch mit Griffen, was in der Praxis häufig Hebevorgänge erfordert.

Die Standardroute in den Übungen umfasste etwa 30 Meter Flurstrecke sowie etwa 18 Meter vertikale Wegstrecke bis zu einem definierten sicheren Bereich.

Kernergebnisse

Das Evakuierungstuch war in den Szenarien insgesamt schneller als die konventionelle Methode, besonders in den ersten 15 Minuten, die als entscheidende Phase der Notlage beschrieben werden.

Wichtige Zahlen aus der Auswertung:

  1. Durchschnittliche Evakuierungszeit mit dem Evakuierungstuch: 2 Minuten 35 Sekunden.

  2. In den ersten 15 Minuten konnten mit dem Evakuierungstuch 7 Patientinnen und Patienten evakuiert werden, gegenüber 3 Patientinnen und Patienten mit der konventionellen Methode. Das entspricht einer Effizienzsteigerung von deutlich über 50 Prozent.

  3. Der Personalbedarf war geringer: zwei Mitarbeitende für horizontale und vertikale Bewegung mit dem Evakuierungstuch, gegenüber vier Einsatzkräften, die beim konventionellen Vorgehen häufig benötigt werden.

Zusätzlich wird ein praktischer Vorteil genannt: Mehrere Patientinnen und Patienten können zügig in den sicheren Bereich gebracht werden, während Verkehrswege für Einsatzkräfte freier bleiben.

Konsequenzen für Brandschutz und Evakuierungsübungen

Wenn Ihre Organisation den Einsatz von Evakuierungstüchern prüft, lassen sich aus der Studie drei klare Umsetzungsschwerpunkte ableiten:

  1. Verfügbarkeit am Einsatzort

    Die Positionierung unter der Matratze war ein zentraler Vorteil, weil das Hilfsmittel jederzeit ohne Suchaufwand einsatzbereit ist.

  2. Schulung und Platzierungskontrollen

    Die korrekte Lage unter der Matratze beeinflusst die Wirksamkeit. Das Krankenhaus setzte dafür ein strukturiertes Schulungs und Einweisungsprogramm ein, einschließlich Videomaterial.

  3. Realistische Szenarien in Übungen

    Üben Sie unter Bedingungen der Nachtschicht, mit Treppen und mit bariatrischen Fällen. Die Studie beschreibt dazu spezifische Trainingsinhalte und nennt auch eine Ausführung für bis zu 300 Kilogramm (Bariatric S-CAPEPOD).

Vollständige Studie

Für Methodik, Zeitmessungen und Tabellen siehe die Publikation: Evacuation Study Hospital Genoa.

Special thanks

Besonderer Dank gilt unserem italienischen Vertriebspartner Synergica für die Unterstützung und Organisation.

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